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Hohe Beteiligung bei Informationsveranstaltung der ARGE Solidarischer Hochwasserschutz in Dasing

Bürgermeister Andreas Wiesner: „Die ARGE ist in kurzer Zeit zu einem ernstzunehmenden regionalen Akteur für Klimaresilienz geworden.“

Rund 70 Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Politik und Einsatzorganisationen informierten sich bei der öffentlichen Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Solidarischer Hochwasserschutz e.V. (ARGE) in Dasing über aktuelle Entwicklungen in der regionalen Hochwasserschutzarbeit. Die politischen Verantwortlichen und das Expertenteam der ARGE stellten laufende Projekte vor – darunter den Aufbau eines sensorbasierten Frühwarnsystems und das Aktionsprogramm „Schwammregion“.

Zum Auftakt erläuterte der ARGE-Vorsitzende, Landrat Albert Gürtner, Struktur und Aufgaben der kommunalen Allianz, der inzwischen 25 Kommunen, Fachstellen und lokale Mandatsträger im Einzugsgebiet der Paar angehören. Er hob die Bedeutung eines abgestimmten Vorgehens hervor: „Hochwasserschutz funktioniert effizienter, wenn wir alle Ebenen miteinander verbinden und den Fluss von der Quelle bis zur Mündung als ein zusammenhängendes System betrachten.“ Die ARGE schaffe hierfür den passenden Rahmen und ermögliche eine solidarische Zusammenarbeit.

Der Dasinger Bürgermeister und Gastgeber Andreas Wiesner bezeichnete die Gründung der ARGE – vor dem Hintergrund des Extremhochwassers 2024 – als „Erfolgsgeschichte im Kampf gegen Naturgefahren wie Hochwasser, Starkregen und Trockenheit“. Prävention und schnelle Informationswege seien entscheidend, um Kommunen und Einsatzkräfte zu entlasten. „Die ARGE ist in kurzer Zeit zu einem ernstzunehmenden regionalen Akteur für Klimaresilienz geworden. Wir wollen den Schutz für die Menschen erhöhen, Schäden begrenzen, Vorsorge stärken und unsere Einsatzkräfte unterstützen“, so Wiesner. Entscheidend sei das Denken in Einzugsgebieten: „Wenn es am Oberlauf stark regnet, spüren es die Gemeinden flussabwärts. Rückhaltemaßnahmen und Entsiegelung wirken weit über den lokalen Bereich hinaus – und geteilte Erfahrungen helfen allen.“

Der Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko würdigte die bezirksübergreifende Initiative und unterstrich deren strategische Bedeutung: „Moderne Sensorik, Echtzeitdaten und digitale Frühwarnsysteme sind wichtige Bausteine, um auf Wetterextreme schneller reagieren zu können.“ Die breite politische Unterstützung sorge dafür, dass der solidarische Hochwasserschutz an der Paar auch in München wahrgenommen werde.

An vier Informationsstationen erhielten die Teilnehmenden anschließend Einblick in die Entwicklung des Echtzeit- Frühwarnsystems, das Konzept der Schwammregion, die Unterstützung der Katastrophenschutzkräfte sowie die Aufgaben der neuen Geschäftsstelle. Die Fachleute der ARGE standen für Fragen zur Verfügung und nahmen Anregungen sowie Erfahrungsberichte der Besucherinnen und Besucher auf.

Zum Abschluss skizzierte Landtagsabgeordneter und ARGE-Mitinitiator Roland Weigert die nächsten Schritte: die Besetzung des Vereinskuratoriums, die Einrichtung eines Reallabors, die Installation des Frühwarnsystems sowie die Planung und Umsetzung erster dezentraler Rückhaltemaßnahmen. „Wir arbeiten hart daran, dass 2026 die Bagger rollen“, betonte Weigert. Zudem wolle man das Netzwerk erweitern: „Wer kooperiert, der floriert. Und unser Ziel ist es, dass die Region nachhaltig floriert.“

Die hohe Beteiligung zeigte eindrucksvoll, dass solidarischer Hochwasserschutz weit über technische Fragen hinausgeht: Er ist ein gemeinschaftliches Projekt. Eine regelmäßige und transparente Kommunikation vor Ort schafft Vertrauen. Innovationen wie sensorbasierte Frühwarnsysteme oder dezentrale Rückhaltemaßnahmen finden vor allem dann Akzeptanz, wenn sie mit regionalem Wissen und in kommunaler Verantwortung entwickelt werden.

Fotos: Thomas Assenbrunner